Erstellung von Berichten


Auf dieser Seite werden die wichtigsten Veröffentlichungen des IPCC und die Verfahren zu ihrer Erstellung beschrieben. Deutsche Übersetzungen wichtiger Berichte können Sie im Downloadbereich als PDF-Dokumente herunterladen. Sofern verfügbar, können Sie auch kostenlose Druckexemplare bestellen. Füllen Sie hierzu bitte unser Bestellformular aus.


Welche Berichte der IPCC erstellt

Die Hauptaufgabe des Weltklimarats IPCC besteht in der regelmäßigen Bereitstellung von Sachstandsberichten (Assessment Reports ) über den aktuellen Wissensstand bezüglich Klimaänderungen.

Der IPCC hat seit seiner Gründung 1988 fünf umfangreiche Sachstandsberichte verfasst. Der neueste Fünfte Sachstandsbericht wurde in den Jahren 2013/14 veröffentlicht, der Sechste soll in den Jahren 2021/22 erscheinen. Sachstandsberichte bestehen in der Regel aus drei Bänden, für die jeweils eine Arbeitsgruppe zuständig ist und einem Synthesebericht:

  • Arbeitsgruppe I (WG I) behandelt die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels.
  • Arbeitsgruppe II (WG II) beschäftigt sich mit der Verwundbarkeit von sozioökonomischen und natürlichen Systemen gegenüber dem Klimawandel und dessen Auswirkungen. Zudem beschreibt sie Wege, wie sich die Menschen an eine globale Erwärmung anpassen können.
  • Arbeitsgruppe III (WG III) zeigt politische und technologische Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels auf.
  • Ein etwa 100-seitiger Synthesebericht fasst die Inhalte der drei Bände zusammen, zusätzlich können Informationen aus Sonderberichten mit einfließen.

Sachstandsberichte umfassen mehrere tausend Seiten. Jeder der drei Bände besteht aus einzelnen Kapiteln, einer optionalen etwa 100-seitigen fachlichen Zusammenfassung (Technical Summary ) und einer etwa 30-seitigen Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (Summary for Policymakers, SPM ). Der Synthesebericht ist in einem weniger technischen Stil verfasst; er besteht aus einem ausführlichen Bericht und wiederum einer Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger.

Zudem hat der IPCC mehr als zehn Sonderberichte herausgegeben. Ihre Erstellung, Begutachtung und Verabschiedung folgen dem gleichen Verfahren wie für Sachstandsberichte. Sonderberichte wurden zu den Themen Flugverkehr, regionalen Auswirkungen von Klimaänderungen, Technologietransfer, Emissionsszenarien, Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft, Kohlendioxidabtrennung und -speicherung sowie über die Beziehung zwischen dem Schutz der Ozonschicht und dem globalen Klimasystem erstellt.

Die Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger, die in den drei Bänden der Sachstandsberichte und in den Sonderberichten enthalten sind, werden Satz für Satz von den Regierungen in einer Vollversammlung unter dem Vorsitz der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verabschiedet. Dabei achten die Regierungsvertreterinnen und -vertreter vor allem darauf, dass die Aussagen vollständig, verständlich und ausgewogen sind. Es dürfen nur Informationen aus den zugrundeliegenden Berichten genutzt werden. Die wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren haben das letzte Wort, denn sie entscheiden, ob die von den Regierungen vorgeschlagenen Formulierungen korrekt sind. Das Plenum stimmt dem Gesamtbericht einschließlich der Zusammenfassung zu. Durch dieses Verfahren erkennen die Regierungen die wissenschaftlichen Aussagen der IPCC-Berichte an.

Darüber hinaus erstellt der IPCC Methodikberichte, die praktische Richtlinien für die Erstellung von Treibhausgasinventaren liefern. Sie sollen die Anforderungen an die Vertragsparteien der UNFCCC hinsichtlich der Inventarberichterstattung unterstützen. Zuletzt wurden die "2006 IPCC Richtlinien für nationale Treibhausgasinventare" sowie im Jahr 2013 Ergänzungen dieser in Bezug auf Feuchtgebiete und auf die Berichterstattung im Rahmen des Kyoto Protokolls veröffentlicht.

Technische Abhandlungen fassen besondere Themen aus Sachstands- oder Sonderberichten zusammen. Sie beruhen auf den Inhalten der IPCC-Sachstands- und Sonderberichte und ihre Erstellung folgt verkürzten Verfahren.

Berichte von IPCC-Tagungen und Expertentreffen werden normalerweise als IPCC-Begleitmaterial veröffentlicht. Begleitmaterial unterliegt keinem formellen IPCC-Begutachtungsprozess. Weiterhin unterhält der IPCC Datenzentren über Szenarien zukünftiger Klimaentwicklungen und über Emissionsfaktoren zur Berechnung von Treibhausgasemissionen.
 

Wie IPCC-Berichte erstellt werden

Zunächst beschließt das Plenum der Regierungen die Erstellung eines Berichts. Dann werden wissenschaftliche Expertinnen und Experten, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie andere Nutzerinnen und Nutzer von Klimawissen gebeten, wichtige Fragestellungen für den Bericht vorzuschlagen. Fachleute erstellen daraus eine vorläufige Gliederung, auf deren Basis das Plenum die Themenauswahl und Struktur des Berichts verabschiedet.

Anschließend werden Leitautorenteams für alle Kapitel zusammengestellt. Die Autorinnen und Autoren sind bei ihrer Arbeit auf vorhandenes Wissen angewiesen und nutzen soweit möglich wissenschaftlich begutachtete Fachzeitschriften. Veröffentlichungen, die nicht bereits von unabhängigen Gutachtern bestätigt wurden - sogenannte "graue Literatur" - zum Beispiel von Behörden oder internationalen Organisationen, müssen besonders sorgfältig geprüft werden. Das Team muss sich auf die Darstellung und wissenschaftliche Bewertung des Sachstands einigen. Konträre Ansichten, Wissenslücken und Unsicherheiten werden im Bericht klar dargestellt.

Die mehrstufige Begutachtung ist essenzieller Bestandteil der Berichtserstellung. Die erste Begutachtung erfolgt durch wissenschaftliche Fachleute, bei der zweiten sind zudem Regierungsexpertinnen und -experten der Mitgliedsstaaten beteiligt. Die Begutachtung soll objektiv, offen und transparent sein und so viele unabhängige Expertinnen und Experten wie möglich involvieren, um eine große Bandbreite an Sichtweisen und Expertisen zu repräsentieren. In Deutschland sind etwa 1.000 Fachleute zur Begutachtung eingeladen.

Pro Bericht gehen zehntausende Kommentare aus aller Welt ein. Zwei bis drei Begutachtungseditorinnen und -editoren für jedes Kapitel stellen sicher, dass die Autorenteams alle Kommentare angemessen beachten. Dabei müssen sie ihr Vorgehen schriftlich begründen. Für den Fünften IPCC-Sachstandsbericht sind alle Entwürfe und die kommentierten Begutachtungen im Internet hinterlegt (bitte auf den Webseiten jeweils auf "Drafts and Review Materials" klicken):

Zur Unterstützung bei der Erstellung der IPCC-Sachstandsberichte, für die Planung eines IPCC-Berichts oder für die Beratung des Ausschusses z.B. über die Notwendigkeit eines Sonderberichts, können Tagungen und Expertentreffen abgehalten werden. Der IPCC kann auch Tagungen gemeinsam mit anderen Akteuren veranstalten, wenn Inhalte und Ergebnisse der Arbeit des IPCC nutzen. Vergangene Treffen sind auf der Webseite des IPCC dokumentiert.

Für detaillierte Informationen über die Verfahren des IPCC siehe auch IPCC procedures (englisch).
 

Wie man IPCC-Berichte und ihre Übersetzungen erhält

Elektronische Versionen der IPCC-Berichte können in den sechs UN-Sprachen kostenfrei heruntergeladen werden. Druckversionen der Zusammenfassungen sind beim IPCC-Sekretariat kostenfrei erhältlich, die Gesamtberichte können im Buchhandel bei Cambridge University Press bezogen werden.

Deutsche Übersetzungen wichtiger Dokumente wie der Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger und der Syntheseberichte sind hier erhältlich. Die Druckversionen - sofern vorhanden - gibt es kostenfrei bei der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle und können über ein Bestellformular angefordert werden.

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